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20.05.2013 10:00 Be.Bop 2013 Black Europe Body Politics

Freitag, 18.09.2020

20.-23.5.2013

Nach dem herausragenden Debut 2012 wird BLACK EUROPE BODY POLITICS 2013 erweitert um Live-Performances und ein ganztägiges Screening in den Hackesche Höfe Kinos in Gedenken an Malcolm X.

DECOLONIZING THE „COLD“ WAR präsentiert afropäische Performance begleitet von Diskussionen über das ästhetische Erbe des Black Power Movement im Werk von Diaspora-KünstlerInnen. Parallel dazu werden die Einflüsse der Bewegung auf Befreiungs- und Dekolonialisierungskämpfe im Globalen Süden während des sogenannten „Kalten“ Krieges betrachtet. BE.BOP 2013 feiert den Paradigmenwechsel hin zu einer Betrachtung des Schwarzen Körpers als Quelle von Inspiration und Schönheit. Tagungssprache ist Englisch.

Mit Artwell Cain, Vaginal Davis, Teresa María Díaz Nerio, Gabriele Dietze, Simmi Dullay, Moritz Ege, Jeannette Ehlers, Jihan El Tahri, Cecilia Gärding, Quinsy Gario, Adler Guerrier, Neil Kenlock, Grada Kilomba, Adetoun Küppers-Adebisi, Karen Mckinnon, Raúl Moarquech Ferreira Balanquet, Mekonnen Mesghena, Dannys Montes de Oca, Ingrid Mwangi Robert Hutter, Pascale Obolo, Horace Ové, Robbie Shilliam, Muna shirwa, Ovidiu Tichindeleanu, Caecilia Tripp, Rolando Vázquez.

Die Diskussionsveranstaltungen im Rahmen BE.BOP 2013 finden am 20. und 21. Mai jeweils ab 10 Uhr im Ballhaus Naunynstraße statt. Der Eintritt ist frei, Anmeldung erforderlich unter http://decolonizingthecoldwar.eventbrite.com/

Bitte beachten Sie: Am 22. Mai sind ‒ anders als im Monatsprogramm des Ballhaus Naunynstraße angekündigt ‒ tagsüber keine Diskussionsveranstaltungen vorgesehen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Performances


Montag, 20. Mai 2013
| Karten kaufen
20.00‒20.45 Uhr: Hommage à Sara Bartman + Teresa María Díaz Nerio
21.00‒22.00 Uhr: Mariposa Ancestral Memory + Raúl Moarquech Ferrera Balanquet
Dienstag, 21. Mai 2013 | Karten kaufen
20.00‒21.30 Uhr: Canned Goat + Quinsy Gario + Muna Shirwa

Mittwoch, 22. Mai 2013 | Karten kaufen
20.00‒21.30 Uhr: Lacunae + Ingrid Mwangi Robert Hutter
21.15‒22.00 Uhr: Surprise! + Jeannette Ehlers
Donnerstag, 23. Mai 2013 | Karten kaufen
22.30‒24.00 Uhr: Sassafras, Cypress & Indigo ‒ Vaginal Davis, Black Screen Images and the Notion of Freakiness + Vaginal Davis

Nach allen Performances wird es ca. 15-30 Minuten Zeit für Fragen und Austausch mit den Künstler/innen geben.
All performances at the end will have a variable time (15-30 min) for Q&A moderated by the artists themselves.

Zusammenfassung der Performances


Montag, 20.5.2013
20:00-20:45
Hommage à Sara Bartman + Teresa María Díaz Nerio

Die Performance und Videoarbeit Hommage à Sara Bartman (2007) erzählt vom Leben, Tod und Nach-Leben der südafrikanischen Khoisan Frau, die unter dem Namen Hottentot Venus bekannt und Anfang des 19. Jahrhunderts in England und Paris, als Teil einer populären Unterhaltungsindustrie von Freakshows, Menagerien, Theater und Vergnügungsparks, ausgestellt wurde. Das Werk macht deutlich, dass das abwertende Inszenieren des Schwarzen Körpers eine lange Geschichte hat. Die Künstlerin steht regungslos auf einem Podest, einen hilflosen Zustand der Vergegenständlichung des Schwarzen weiblichen Körpers suggerierend, welcher vergewaltigt, ausgestellt und voyeuristisch als weitere Trophäe des „Mannes“ dargestellt wird.
The performance and video work Hommage à Sara Bartman (2007) elucidates the life, death and afterlife of a South African Khoisan woman, known as the Hottentot Venus, who was exhibited in England and Paris at the beginning of the 19th Century as part of a popular entertainment industry of freak shows, menageries, theatres and pleasure gardens. The work touches on the fact that Blackness has a history of being performed in a derogatory way. The artist remains motionless on a pedestal, suggesting a helpless state of objectification of the Black female body that has been raped, exhibited and voyeuristically illustrated as just another one of „Man’s“ trophies.

Montag, 20.5.2013
21:00-22:00
Mariposa Ancestral Memory + Raúl Moarquech Ferrera Balanquet

Diese Performance versucht, sich von eurozentrischen Schönheitsidealen und Repräsentationen abzugrenzen, und geht dabei auf die derzeitigen Lebensbedingungen von US-Amerikanischen „Latinos“ und „illegalen Immigranten“ in den USA ein. Sie verbindet diese Gegenwart mit transnationalen Geschichten von „People of Color“ (definiert entlang der Achse von Unterdrückung und Emanzipation) und konzentriert sich auf afro-kubanische spirituelle Praktiken. Die speziell von „Women of Color“ erlittenen Diskriminierungen werden ebenso thematisiert.

This performance attempts to delink from Western-centered definitions of aesthetics and representation as it examines the present living conditions of US Latinos and undocumented immigrants in the USA. It connects this present with transnational histories of People of Color (defined along axes of oppression and emancipation) and centralizes Afro-Cuban spiritual practices. The intersectional inequalities suffered by Women of Color will also gain attention.

Dienstag, 21.5.2013
20:00-21:30
Canned Goat + Quinsy Gario (with Muna Shirwa)

In Wahlkapmfzeiten werden in Europa die Stimmen von “Migrant/innen” für gewöhnlich zum Schweigen gebracht, wenn sie nicht zur Untermauerung von Allgemeinplätzen über “Migration” instrumentalisiert werden können. In Canned Goat wird ein alternatives, politisches System präsentiert, worin die größten fünf politischen Parteien an einer Art billigen Kopie des Eurovision Song Contest teilnehmen. Während eines Live-Fernsehduells werden die Geschichten von “Migrant/innen” zentral für den Entscheidungsfindungsprozess.
During general political elections in Europe the voices of “immigrants” are usually silenced unless they can be instrumentalized as tokens to say something wholesale about “immigration”. In Canned Goat, an alternative political system is presented in which the biggest five political parties participate in a Eurovision Songfestival type of knock-off. During a live television debate, the stories of “immigrants” become central to the decision-making process.
Mittwoch, 22.5.2013
20:00-21:00
Lacunae + Ingrid Mwangi Robert Hutter

Wutausbruch, ich schmiss mich auf den Boden: um mich schlagend, mich drehend und windend. Doch mir wurde gesagt: „Du bist nur ein schöner Schwarzer Körper, der sich am Boden windet.“ Wie lange noch?
Venting rage, I threw myself on the ground: thrashing and writhing.
But I was told: „You’re just this beautiful Black body rolling on the ground.“
How much longer?
21:15-22:00
Whip it good + Jeannette Ehlers

The performance ”Whip it good” is a ”reenactment” of one of the brutal punishment methods used during slavery. In using the same method on a white canvas, the artist creates a personal and simple, though contradictory, artistic act of striking back. A possibility to physically make up with colonialistic, eurocentric art and thinking, in which we were all brought up in life and education. The audience will also be invited to act, leaving behind a scar- like black and white painting, hopefully raising many complex questions and thoughts…
Die Performance arbeitet mit einer Nachstellung einer der während der Sklaverei benutzten brutalsten Bestrafungsmethoden. Durch das Nutzen derselben Methode auf einer weißen Leinwand schafft die Künstlerin einen persönlichen und einfachen, wenngleich widersprüchlichen, künstlerischen Akt des Zurückschlagens. Eine Möglichkeit, sich physisch mit kolonialistischen und eurozentrischen Denkweisen auseinanderzusetzen, mit denen wir alle aufgewachsen sind. Das Publikum wird eingeladen, mitzuspielen, was hoffentlich ein Narben-ähnliches schwarz-weiß Bild zurücklassen und viele neuen komplexen Fragen und Gedanken in die Köpfe bringen wird…

Donnerstag, 23.5.2013
22:30-24:00

Sassafras, Cypress & Indigo ‒ Vaginal Davis, Black Screen Images and the Notion of Freakiness + Vaginal Davis performance lecture
Vaginal Davis, the revered intersexed doyenne of intermedia arts, spells out the queer and black experience in her own inimitable style, creating new words out of thin air and crashing bull-in-a-China-shop style over notions of propriety and reality.
Vaginal Davis, die verehrte intersexuelle Doyenne der Intermedialität (Intermedia Arts), artiluliert die queer und Schwarze Erfahrungswelt in ihrem ganz eigenen unnachahmlichen Stil, spontan neue Worte erfindend und wie ein Elefant im Porzelanladen die Begrifflichkeiten des Anstands und der Wirklichkeit aufs Korn nehmend.

ARTISTS BIOGS

BIOGRAFIEN DER KÜNSTLER
Vaginal Davis ist ein Amerikanischer Gender Queer performender Künstler/in, Maler/in, unabhängige/r Kurator/in, Komponist/in und Schriftsteller/in. Davis Name ist eine Hommage an die Aktivistin Angela Davis: Die Gender-Queer künstlerisch-musikalische Ikone erschien erstmals in der Club Szene von Los Angeles. Sie ist Verfechterin des terroristischen Drag, einer Performance Ästhetik, welche die kulturelle Assimilation kommerzieller oder Mainstream Drag Charakteristiken brüsk unterbricht.
http://www.vaginaldavis.com/

Vaginal Davis is an American genderqueer performing artist, painter, independent curator, composer and writer. Davis‘ name is a homage to activist Angela Davis. This gender-queer, art-music icon made her first appearances in Los Angeles’s club scene. She champions terrorist drag, a performance aesthetic brusquely interrupting the cultural assimilation of commercial or mainstream drag characteristics.
http://www.vaginaldavis.com/
Teresa María Díaz Nerio ist eine dominikanische Performance- und Bildkünstlerin und Forscherin und lebt in Amsterdam. Sie machte 2007 ihren Bachelor in Fine Arts an der Gerrit Rietveld Academie und 2009 einen Master of Fine Arts am Dutch Art Institute. Ihre Forschungsschwerpunkte bilden koloniale und neokoloniale Invasionen im Globalen Süden und das Hinterfragen hegemonialer euro- und US-zentrischer Ideen von „who is who and what is what“. http://teresadiaznerio.wordpress.com/
Teresa María Díaz Nerio is a Dominican visual and performance artist and researcher living in Amsterdam. She graduated as a Bachelor in Fine Arts from the Gerrit Rietveld Academie (2007) and received her Master in Fine Arts from the Dutch Art Institute (2009). She researches subjects informed by the history of colonial and neocolonial invasions in the Global South and challenges the hegemonic Western notions of identity.
http://teresadiaznerio.wordpress.com/
Jeannette Ehlers studierte an der Royal Danish Academy of Fine Arts und der Funen Academy of Fine Arts. Sie beschäftigt sich mit digital veränderter Photographie und Videoinstallationen zu den Themen des dänischen Sklavenhandels und der weltweiten Kolonialisierung.
http://www.jeannetteehlers.dk/
Jeannette Ehlers studied at The Royal Danish Academy of Fine Arts and The Funen Academy of Fine Arts, Copenhagen. Her works explore the Danish enslavement trade and colonialism worldwide through digitally manipulated photographs and video installations.
http://www.jeannetteehlers.dk/
Quinsy Gario ist ein Spoken Word Performer und absolviert zurzeit den MA Comparative Women‘s Studies in Culture and Politics am Gender Studies Department der Universität Utrecht. Er ist unter dem Label NON EMPLOYEES künstlerisch tätig.
http://www.nonemployees.com/
Quinsy Gario is a spoken word performer and is currently following the MA program Comparative Women‘s Studies in Culture and Politics at the Gender Studies Department of the University of Utrecht. He makes art under the banner of NON EMPLOYEES.
http://www.nonemployees.com/
Raúl Moarquech Ferrera-Balanquet,1958 in Havanna geboren, ist ein interdisziplinärer Künstler, Schriftsteller und Fulbright-Stipendiat. 1992 schloss er das Studium Multimedia und Video Kunst an der Universität von Iowa erfolgreich ab. Er kuratierte wichtige Media Art Ausstellungen in den vereinigten Staaten, Kanada, Brasilien, Kuba und Mexiko, darunter InteractivA’01 und InteractivA‘03 für das Museum zeitgenössischer Kunst in Mérida, Yucatán, Mexiko. Derzeit ist er Doktorand am Romance Studies Department der Duke Universität.
http://vimeo.com/user1111761
Raúl Moarquech Ferrera-Balanquet. Havana, Cuba, 1958, is an interdisciplinary artist, writer and Fulbright scholar. He gained an MFA in Multimedia and Video Art at the University of Iowa in 1992. He has curated major media art exhibits in the United States, Canada, Brazil, Cuba and Mexico, among them InteractivA’ 01 and InteractivA’03 for the Museum of Contemporary Art (MACAY) in Mérida, Yucatán, Mexico. Currently a PhD Candidate at the Romance Studies Department, Duke University.
http://vimeo.com/user1111761
Ingrid Mwangi und ihr Mann Robert Hutter arbeiten als Video-, Foto- und Performancekünstler/innen zusammen und erforschen den „Schwarzen Körper“ im Westen. Mwangi Hutter lebt und arbeitet in Ludwigshafen (Deutschland) und Nairobi (Kenia). Einzelausstellungen (Auswahl): ‚Paradis: Das verborgene Land, Zeitraumexit, Mannheim, Deutschland, 2011-12; Ingrid Mwangi, Robert Hutter. Constant Triumph, Spelman College Museum of Fine Art, Atlanta, Georgia, USA, 2011.
http://www.ingridmwangi.de/ingrid_mwangi_robert_hutter/home.html
Ingrid Mwangi and Robert Hutter, as a couple, propose to be a single artist, making video, photo and performance works exploring the Black body in the West. Mwangi Hutter lives and works in Ludwigshafen, Germany and Nairobi, Kenya. Solo exhibitions include: ‚aradise: the Hidden Land, Zeitraumexit, Mannheim, Germany, 2011-12; Ingrid Mwangi Robert Hutter. Constant Triumph, Spelman College Museum of Fine Art, Atlanta, Georgia, USA, 2011.
http://www.ingridmwangi.de/ingrid_mwangi_robert_hutter/home.html
Muna Shirwa ist Sängerin, Dichterin, Schriftstellerin, Schauspielerin, Performerin und Theatermacherin aus Amsterdam. Sie steht für gefühlvolle Kraft in ihrem Sprechgesang, ehrliche Rauheit in ihrer Stimme und ihrer eklektischen „Ich nehme kein Blatt vor den Mund“ Einstellung. Poetischen Krach zu machen um sich lebendig zu fühlen ist genauso wichtig für sie wie ihre Träume davor zu bewahren, abstrakt zu sein.
Muna Shirwa is a singer, poet, writer, actress, performer and theatermaker from Amsterdam. She represents soulful power in her word-music and honest rawness in her voice and her eclectic ‘I am not afraid to speak up’ attitude. Making poetic noise to feel alive is just as important to her as guarding her dreams from going abstract.

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