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01.03.2014 20:00 Erinnerungskulturen, Erinnerungspolitiken und Erinnerungspraxen

Samstag, 28.11.2020

Aktivistinnen von ADEFRA Berlin diskutieren Schwarze Feministische Perspektiven auf die Bedeutung der Jahre 1884, 1904 und 1914. Ein Gespräch in drei Runden.

2014 jähren sich gleich drei fundamentale und folgenreiche historische Ereignisse der deutschen Geschichte. Neben der allgegenwärtigen öffentlichen Debatte um das 100-jährige Jubiläum des Ersten Weltkrieges scheinen die beiden grundsteinlegenden Ereignisse für die deutsche Kolonialgeschichte weniger öffentliche Beachtung zu finden. Aber gerade die Berliner Afrika-Konferenz (1884) und der Beginn des Genozids an den Völkern der Herero und Nama in Namibia (1904) prägten die Beteiligung Deutschlands am Ersten Weltkrieg und die darauf folgende Rolle Deutschlands in der Neuausrichtung eines Europas des 20. Jahrhunderts.

Vier ADEFRA-Aktivistinnen befassen sich in Form eines interaktiven Dialogs mit Kolonialität als unsichtbarer Norm in der Erinnerungslandschaft Deutschlands. Maisha Eggers, Katja Kinder, Peggy Piesche und Deborah Moses-Sanks thematisieren die Prägung unserer Erinnerung bzw. Ent_innerung der kolonialen Erfahrung durch die Normalisierung von Kolonialität. Der Ausgangspunkt sind Gedichte und autobiographische Notizen Schwarzer AktivistInnen unter den drei Überschriften Forget Enslavement ‒ Historical Erasures, Lost in White Memories und Decolonize Your Soul. Daraus entsteht das Anliegen, Kolonialität als Dominanzerfahrung und als Unterwerfungserfahrung an der Schnittstelle von Erinnerungskulturen ins Verhältnis zu setzen. Die Gedichte sind vorwiegend in englischer Sprache, die Diskussion findet auf Deutsch statt.

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