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18.09.2011 20:00 Vibrationshintergrund: Tezer Özlü-Abend

Dienstag, 24.11.2020

Die türkische Autorin und Übersetzerin Tezer Özlü begab sich 1982 auf die Suche nach Spuren die Cesare Pavese und Italo Svevo hinterlassen haben könnten, bevor sie sich das Leben nahmen. Sie tat dies auf Deutsch. Weder war sie in Deutschland aufgewachsen, noch war Deutsch ihre Muttersprache. Und doch begab sie sich auf Deutsch auf ihre innere Reise und schrieb damit den wahrscheinlich ersten deutschsprachigen Roman einer Türkin seit Gründung der Bundesrepublik. Das Manuskript erhielt 1982 den renommierten Literaturpreis der Stadt Marburg, andere Preisträger aus anderen Jahren waren Literaturgrößen wie Oskar Pastior, Reinhard Jirgl oder Ilija Trojanow.

Allerdings wurde der Roman in Deutschland niemals vollendet. Die Autorin übersetzte ihn, bevor sie 1986 starb, ins Türkische und veröffentlichte ihn dort. Das auf Schreibmaschine verfasste Original verschwand in unzugänglichen Archiven oder wurde vernichtet. Über Umwege und mit Mühe wurde der Text für das Almancı-Festival ausfindig gemacht und wird im Rahmen der Literaturreihe Vibrationshintergrund zum ersten Mal in deutscher Sprache auf die Bühne gebracht. Drei Schauspielerinnen lesen aus ihm vor und begleiten die Geschichte mit passenden Liedern.

Der Titel Vibrationshintergrund wurde einer Kurzgeschichte von Selim Özdoğan entlehnt.

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