Arun Mariavilasm wuchs als taubes Kind in einer hörenden Familie auf. In seiner Kindheit mangelte es an Bewusstsein für die Bedürfnisse tauber Kinder hörender Eltern mit Migrationsgeschichte. Diese Umstände führten zu Sprachdeprivation und zahlreichen Barrieren durch Linguizismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus und Audismus.
Erst im Teenageralter fand er Zugang zu Gebärdensprachen (ÖGS, DGS und International Sign) und erkannte das Taubsein als eine kulturelle Identität. Arun bewegt sich zwischen verschiedenen Identitäten und erlebt dabei vielfältige Diskriminierungsformen innerhalb einer Dominanzgesellschaft, die oft die Mehrfachzugehörigkeiten von Individuen übersieht.
Trotz der gesellschaftlichen Herausforderungen hat er gelernt, seine Freude als Akt des Widerstands zu definieren. In Berlin lebend feiert Arun seine Identität, auch wenn die Realität tauber Menschen mit Migrationsgeschichte noch immer von zahlreichen Kämpfen geprägt ist.
Am Ballhaus Naunynstraße agiert Arun als Panelist für das von Fabienne Mahwane konzipierte Panel Widerständiges Feiern IV: Widerstand und Feiern aus Tauber BIPoC Perspektive (2025).