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Ballhaus Naunynstraße

Der Tänzer lehnt mit dem Rücken an der rot gefliesten Wand eines Berliner U-Bahneingangs. Er blickt direkt in die Kamera, die Hände lässig in den Hosentaschen.
Der Schwarze Tänzer steht auf der Bühne, in deren Hintergrund ein Kindheitsfoto von ihm projiziert ist. Der Tänzer streckt sich und greift mit dem Arm hoch aus. Sein Blick folgt der Hand, während er erzählt. Neben dem Tänzer spielt ein Cellist. ©Zé de Paiva
Der Tänzer richtet eine Videokamera auf zwei Fotos, die aus einem Familienalbum stammen könnten. Darauf sind eine junge Frau und ein junger Mann zu sehen. Das von dem Tänzer gefilmte Live-Bild wird vervielfältigt auf das Ende des Bühnenraums projiziert.
Der Tänzer steht aufrecht mit angespanntem Körper, den Kopf zur Seite gedreht. Hinter ihm eine live-Projektion seiner selbst: gedoppelt und gespiegelt, in zwei Reihe erscheinen endlos viele Doubles, die sich paarweise anschauen.
Der Tänzer macht einen energetischen Breakdance-Move. Er stützt sich mit einem Arm am Boden ab, der Rest des Körpers ist in der Luft, beide Beine abgespreizt. Mit der freien Hand hält er einen Fuß. Er ruft etwas.
Der Tänzer steht mit erhobenen Armen, leicht gebeugten Knien in angespannter Körperhaltung da. Er scheint zu fallen oder zu schweben.
Der Tänzer sitzt im Lichtkegel breitbeinig auf einem Hocker. Im Hintergrund die Projektion eines Kindheitsfotos. Auf dem Kindheitsfoto lächelt er. Auf der Bühne erzählt er mit ernstem Gesichtsausdruck.
Der Tänzer steht vor einer Kamera, die er auf zwei Fotos ausgerichtet hat. Hinter dem Schwarzen Tänzer werden die Fotos einer jungen weißen Frau und eines jungen weißen Mannes groß an die Wand projiziert. Der Tänzer spricht dabei mit dem Publikum außerhalb des Bildes.
Performance Tanz

AUF MEINEN SCHULTERN

von Raphael Moussa Hillebrand

Nächste Aufführung:

  • Freitag, 11.12.2026, 20:00
    Eintritt: 14€ / 8€ Tickets

Auf Deutsch mit englischen ÜT

Die Geschichte ist nicht zu Ende, die Geschichte geht weiter. Meine Tochter! Glück und Wahnsinn gehen weiter. Meine Mutter ist weiß, Deine Schwarz. Ich bin am Westpol aufgewachsen, Du in einer Weltstadt. Meinst Du, die Geschichte ist damit vorbei? Berlin ist so groß, so frei, so provinziell gewaltsam.

Die halbe Stadt war der Kosmos meiner Kindheit; mit Brathähnchen-Ausflug in die andere Galaxie. Sind Privilegien von kurzer Dauer? Öffnen sie den Horizont oder verblenden sie? Wem gehört die ganze Stadt? Für wen ist sie gemacht? Für Dich, für uns? Schwarze Berlinerin. Ich möchte, dass Dir ein paar Erfahrungen erspart bleiben. Aber wie?

Auf meinen Schultern ist eine Soloperformance des Tänzers und Choreografen Raphael Moussa Hillebrand, seine erste am Ballhaus Naunynstraße. Ausgehend von seiner Erfahrung, im Berlin der 1980er und 90er Jahre aufgewachsen zu sein, unternimmt er den Versuch, die eigene Lebenserfahrung in eine Form zu bringen, sodass die nächste Generation und das eigene Kind daran anknüpfen können – eine getanzte, gebreakte, gesprochene und performte Weitergabe, musikalisch begleitet von dem Cellisten Eurico Ferreira Mathias.

 

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Pressestimmen zur Ehrung beim Deutschen Tanzpreis:

Für seine herausragenden Leistungen im zeitgenössischen Tanz hat Raphael Moussa Hillebrand eine Ehrung im Rahmen des Deutschen Tanzpreises 2020 erhalten. Ein Jahr zuvor war Raphael Moussa Hillebrands Solo Auf meinen Schultern in Zusammenarbeit mit Ballhaus Naunynstraße herausgekommen. In der Begründung der Jury des Deutschen Tanzpreises heißt es:

„Raphael Hillebrand ehren wir, weil er bei allem Charme und aller Offenheit ein Künstler durch und durch ist, der im Körper einen Motor erkennt, der die soziale Unwucht in unserer Gesellschaft nur durch Mut überwinden kann.“

 

Pressestimmen:

„Der Tanz explodiert zwischen den Sätzen seiner Erzählung über Ausschluss und Einsamkeit wie ein Feuerwerk.“ (taz, September 2019)

„Mit diesem Körper hat er sich eine afro-europäische Identität ertanzt, aus eigener Kraft, in Reaktion auf seine Umwelt, in Kommunikation mit anderen. Seine Art, das zu erzählen, ist einzigartig.“ (tanznetz, September 2019)

„Ich werde Zeugin einer sich bewegenden Fluidität in Hillebrands Tanz, buchstäblich wie metaphorisch, die Raum und Präsenz einfordert.“ (Tanzschreiber, September 2019)

„Dieser Körper, der sprachliche Gewalt durchlebt hat, ist noch ehrlicher und direkter als seine lebhaften Gesichtsausdrücke, seine kunstvolle Art zu reden, die cleveren und manchmal originellen Techniken auf der Videoleinwand, und sogar als der wundervolle Cellosolist, der ihn durch das Stück hindurch begleitet.“ (Tanzschreiber, September 2019)

„In diesem Clash der Kulturen (zwischen urbanen Tänzen und weiß geprägtem modernem Tanz, sowie Ballett) ist Raphael Hillebrand ein Vermittler. Als erster Hip-Hopper und einziger Autodidakt studierte er am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin Choreografie.“ (Berliner Zeitung, Oktober 2020)