Our mascot
Our logo

22.11.2014 13:00 Dauerkolonie Berlin

Montag, 19.10.2020

22.11. 2014 & 13.12.2014 & 17.1.2015, 13 Uhr

Afrikanisches Viertel und Schlossplatz, „Mohrenstraße“, Wilhelmstraße und May-Ayim-Ufer: Diese so unterschiedlichen Orte haben eines gemeinsam – sie waren Schauplätze deutscher Versklavungs- und Kolonialpolitik, hier wurden Verbrechen gegen die Menschlichkeit geplant, begangen oder durch Ehrung der Aggressoren gefeiert. Bis heute wirkt koloniale Propaganda aus der Weimarer Republik und dem Dritten Reich im Berliner Stadtbild fort – und bis heute profitieren Menschen in Berlin, Deutschland und Europa ebenso unbewusst wie alltäglich von kolonialen Kontinuitäten, die vom Morgenkaffe bis zum Smartphone den Alltag prägen.

Berlin ist wie London und Paris eine Kolonialmetropole, die von 1884 bis 1918 die Schaltzentrale des deutschen Kolonialreiches war. Von dieser Stadt ging eine Aggression aus, die Menschen in West- und Südafrika, in Polynesien und in China ihres Landes, ihres Besitzes und allzu oft ihres Lebens beraubte. In diese Stadt kamen in den Kolonien geraubte Güter, Kunstschätze und auch Menschen. Sie kamen als Händler und Diplomaten, aber auch als Zwangsarbeiter, „Zooattraktionen“ und als „Kriegsbeute“. Die verdrängte deutsche Kolonialzeit hat Berlin mitgeprägt. Diese Vergangenheit und die daraus erwachsende Verantwortung ist überall in Berlin gegenwärtig – im Afrikanischen Viertel im Berliner Wedding konzentrieren sich die Spuren jedoch wie in einem Brennglas. Unter der Lupe einer historisch-kritischen, aber auch gegenwartsbezogenen Betrachtung entfalten sich die Schichten der im Stadtbild inszenierten Erinnerung und geben den Blick auf Zusammenhänge und Verbindungslinien zwischen brandenburgischem Versklavungshandel, deutscher Kolonialzeit, dem Dritten Reich und bis heute fortwirkender Kolonialität im Berliner und deutschen Alltag frei. Die Bustour bietet von lokalen Spuren ausgehend Einblicke in die ebenso verdrängte wie präsente Geschichte und Gegenwart.

Treffpunkt: EOTO e.V., Paul Gerhardt Stift, Müllerstraße 56-58

Hinweis:

Die Tour beginnt hier (Abfahrt des Gruppenbusses um 13 Uhr) und endet am May-Ayim Ufer in Kreuzberg. Wir empfehlen daher für die Anfahrt zum Treffpunkt die öffentlichen Verkehrsmittel!

Bitte achten Sie auf warme und wetterfeste Kleidung, da ein großer Teil der Führung unter freiem Himmel stattfindet!

News-Archiv