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20.12.2014 20:00 Literarische Topografien des Kolonialismus

Samstag, 26.09.2020

Bis Ende Februar präsentiert die Reihe Lesungen und anschließende Rundtischgespräche mit afrikanisch (­diasporisch)en Autor_innen im Dialog mit Akademiker_innen verschiedener Disziplinen.

Die literarische Zeitreise startet mit realen wie fiktiven Biografien, die in den 1880er Jahren des deutschen Kaiserreichs situiert sind, blickt dann auf afrikanische Erinnerungslandschaften in Poesie, Brief und Tagebuch zu Zeiten der Genozide in Namibia und dem heutigen Tanzania sowie während der deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun, beleuchtet die im Schatten westlicher Geschichtsschreibung verharrenden Memoiren afrikanisch (­diasporischer) Soldaten des 1. Weltkriegs, stattet Deutschlands kolonialen Nachbarn eine literarische Stippvisite ab und kommt dann im Heute an, wo Migration und Transnationalität im afrikanisch(­diasporisch)en Roman „alte neue Grenzen“ kartieren.

1884-1904 -1914: Afrikanische Erinnerungslandschaften

Neben den beiden genozidalen Kriegen mit zehntausenden Opfern ‒ gegen die Herero und Nama im heutigen Namibia (1904/05) und gegen 20 ostafrikanische Gesellschaften, die sich im heutigen Tanzania zum Maji Maji Aufstand zusammen geschlossen hatten ‒ kam es in allen deutschen kolonialen Territorien zu Aufständen und widerständigen Handlungen, die von den Deutschen unnachgiebig und blutig niedergeschlagen wurden. Als die Großmächte dann kurz darauf gegeneinander in den Krieg zogen, begann 1914 jedoch kein europäischer, sondern ein veritabler WELT- Krieg, an dem auch Millionen von kolonialen und diasporischen Soldaten beteiligt waren.

Die Lesung zitiert mittels fiktionaler wie faktualer Texte aus afrikanisch(-diasporisch)en Wissensarchiven dieser, in der westlichen Geschichtsschreibung weiß-gewaschenen, Ära.

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