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08.05.2010 22:30 Mihriban pfeift auf Gott

Montag, 30.11.2020

Hilal Sezgin präsentiert ihren brandneuen Roman Mihriban pfeift auf Gott, ein deutsch-türkisches Schelmenstück über Terror, Liebe und Familie. Hilal Sezgin lebt als Veganerin in der Lüneburger Heide und schreibt u.a. für die Zeit und die taz. Ihre Romanheldin Mihriban Erol lebt in Kreuzberg und ist Nichtskönnerin auf allerhöchstem Niveau. Gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Mesut und dessen Tochter Suna tritt sie über Neujahr einen All-Inclusive-Urlaub in Ägypten an.

Unter den unzähligen deutschen Touristen im Hotel kippt die Stimmung schlagartig, als ausgerechnet während der Live-Übertragung des ZDF-Silvesterprogramms ein Terroranschlag in Deutschland geschieht. Plötzlich ist die Bedrohung ganz nah und Mihriban mitten drin. Neben ihrem Bruder Mesut, der in letzter Zeit so komisch religiös geworden ist.

Während Mesut in seinem Hotelzimmer beten war, ließ es sich nicht vermeiden, dass ich Dinas Eltern kennenlernte, die von ihrer Tochter angeblich schon viel Tolles über uns gehört hatten und mindestens so unsympathisch waren wie ihr Kind. Oder eher: Wenn man die Eltern kannte, verstand man das Kind. Dina war eine brave Neunjährige mit dunkelblonden Haaren und festsitzender Zahnspange, und es hieß andauernd Frau Erol hier und Frau Erol da, obwohl ich mindestens dreimal sagte: »Dina, sag einfach Mihriban zu mir.« Ihre Familie wohnte in Prenzlauer Berg, und nach allem, was ich wusste, war das Siezen von Erwachsenen dort vor Jahrzehnten ausgestorben.

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