Das Logo vom postmigrantischen Theater Ballhaus Naunynstraße: Eine Zeichnung von einem Hundekopf im Profil, der seine Zähne zeigt und die Zunge heraushängen lässt. Neben der geöffneten Schnauze des Hundes ist ein roter Stern.

Ballhaus Naunynstraße

Drei Schwarze Personen vor weißem Hintergrund, sie stehen hintereinander, von der Seite aufgenommen, bilden sie eine Reihe: zwei haben ihre Hände auf Rücken und Schulter der jeweils vorderen Person. Körperliche, entspannte Nähe. Die Gesichter sind mit ruhig souveränem Blick in die Kamera gedreht. Alle drei tragen Anzugsjacken.
Drei Schwarze Personen stehen vor weißem Hintergrund, sie blicken direkt in die Kamera. Zwei stehen, mittig vor ihnen die dritte in der Hocke. Die stehenden Personen tragen zweiteilige Anzüge und darunter auffällig bunte Oberteile, die dritte eine Anzugsjacke zu einer hellgrünen Jeans. Alle sind barfuß.

Into the Chronosphere

Theater von Sisi Bo’wale

Auf Deutsch und Englisch mit deutschen und englischen ÜT 

Wieviel Zeit bleibt uns noch? Bis alle Zeit verspeist ist? Die Erde dreht sich langsam, während sich das Universum wellenförmig dehnt. Die Menschheit beschleunigt ihr Ende. Und ich frage mich: Wem gehört die Zeit? 

In Into the Chronosphere verweben Sisi Bo’wale und sein Team Performance, Video, Sound und Design zu einer augenzwinkernden, queeren, afrofuturistischen Collage.

Drei Geschwister führen eine Gruppe von Besucher*innen durch das „Museum für zeitgenössische Chronologie und Weltgeschichte“. Sie agieren in der Rolle der perfekten Guides. Doch in Wahrheit sind sie auf der Suche nach einem Gegenstand, der ihnen gehört, zu ihrer Welt vom Anfang der Zeit, einst geraubt und archiviert.

Die kolonialen Bestrebungen des Imperiums haben die universelle, unverfälschte Zeit in lineare Muster gezwängt, zerhackt und in kontrollierbare Einheiten geordnet. Das Tempo der Menschheit beschleunigte sich, während das Imperium seinen Einflussbereich und seine Sammlungen ausweitete. Jetzt, in dem undurchdringlichen Labyrinth des Museums, kollidieren die Schicksale der Geschwister mit denen der Besucher*innen.

Zeit ist nicht das Eine. Die Schildkröte weiß das. Um Zeit zu sein, braucht es Zeit…

Into the Chronosphere ist die konsequente Fortsetzung von Sisi Bo’wales eigenem künstlerischen Vorhaben: Durch Poesie, Collagen, Zines und Filme arbeitet er seit mehreren Jahren daran, dominante Vorstellungen von Zeit zu dekonstruieren und – unter Rückgriff auf surrealistische und afrofuturistische Kunstformen – seine eigenen künstlerischen Zeitwelten zu erschaffen. Und doch ist Into the Chronosphere ein Debüt – Sisi Bo’wales Regiedebüt im Ballhaus Naunynstraße. Der Schauspieler, Filmemacher, bildende Künstler und Autor schuf zuvor seine abendfüllende Solo-Performance Moonflavoured Mountains (2025) und agierte im Rahmen der akademie der autodidakten als Spielleiter für die Produktion Weaving Dreams (2026).