Our mascot
Our logo
Black Berlin Black – Widerstand

When Artists Refuse

Vortrag von Quinsy Gario

Nächste Aufführung:

  • Sonntag, 26.02.2023, 19:00
    Eintritt: 7€ / 5€ Tickets

In englischer Sprache

Die vielbeachteten Forderungen von ehemals kolonisierten Ländern zeigen Wirkung: Große ethnografische Museen ringen derzeit mit der Frage, was mit den Sammlungen geschehen soll, die durch koloniale Enteignung oder ungleiche Machtverhältnisse erworben wurden. Dabei geht es einerseits um die Frage der Rückgabe, andererseits aber auch um Neu-Interpretationen der musealen Bestände: Denn die Kolonisierung löste Menschen und Dinge aus ihren kulturellen, sozialen, politischen und spirituellen Kontexten heraus und kategorisiert sie neu. Diese Kategorisierung war der häufig erfolgreiche Versuch, die Verbindungen zwischen dem Erbe, den Vorfahren und der lebendigen Gemeinschaft zu zerstören. Die dadurch entstandene koloniale Leere versuchen Museen heute darüber zu beantworten, dass sie sich Künstler*innen öffnen: Diese sollen dabei helfen, Sinn für das Ent-sinn-te zu genieren. Viele Künstler*innen graben tief in den Museumssammlungen und präsentieren anschließend kritische, anregende oder provozierende Interventionen. Aber was passiert, wenn die Künstler*innen nicht eingeladen sind und trotzdem intervenieren? Wenn die Künstler*innen sich weigern, Argumente für den Fortbestand dieser Institutionen zu liefern? Was passiert, wenn die Künstler*innen außerhalb des ethnographisch-musealen Kontexts Beziehungen zu diesem Erbe pflegen?

Quinsy Gario, ein in den Niederlanden aufgrund seines Werks Zwarte Piet Is Racisme vielfach beachteter Performance-Poet, Künstler und Kulturwissenschaftler entwirft in seinem für das Festival Black Berlin Black – Widerstand entwickelten Vortrag eine Schwarze, flüchtige, künstlerische Praxis zur Erschütterung scheinbar in Stein gemeißelter Machtverhältnisse. Indem er seine eigenen Reisen nach Deutschland, insbesondere nach Berlin und München, zum Ausgangspunkt macht, lädt er dazu ein zu überdenken, wie sich Schwarze Subjektivität in den Mittelpunkt stellen lässt, wenn man sich mit kolonialem Erbe und ethnografischen Museen auseinandersetzt.