Sie kamen aus Neugier, denn die Stadt war ein Versprechen. Einige suchten hier Zuflucht vor der Gewalt patriarchaler Gesellschaften, denn Berlin versprach ihnen Freiheit, die Möglichkeit des freien Selbstentwurfs. Oder schufen die, die da kamen, dieses vielversprechende Berlin? In Amigues Adios von Bishop Black begeben sich fünf Performer*innen auf die Suche nach dem Versprechen Berlins, nach der Freiheit des Zusammenseins und zum Ort für ein Leben jenseits der konservativen Grenzen von sexual identity und racial identity machten.
Der afrodeutsche Protagonist von Abdruckkörper navigiert seinen Körper mit und gegen die vorgegebene Richtung. Denn die Richtung ist markiert. Die deutsche Gesellschaft ist ein Labyrinth: Wände produzieren Sichtbarkeit und Ausschlüsse, von Anderen ausgetretene Wege bilden Beziehungsnetze und Kapitalklumpen. Der eigene Körper ist der Einsatz auf der Bahn nach oben, schließlich ist er formbar, von innen, von außen. Und die Gesellschaft, ist sie formbar? Mit welchem Einsatz?
Die Tänzerin und Choreografin Fernanda Costa sucht in Caminhos das Águas – Unaufhaltsames Fließen nach neuen selbstbestimmten Bildern für Schwarze Frauen*. Gemeinsam mit drei Schwarzen Tänzerinnen* arbeitet sie an der Verflüssigung – der Kategorien, der Bewegungen, der Spiegelbilder. Und an einer veränderten Beziehung von Innen und Außen.
In Your Baggage Unattended findet sich eine vielfach geteilte Familie im Transitraum zwischen Vergangenheit und Möglichem wieder, zwischen Entfremdung und Ankunft, zwischen Heimat und Zuhause. Hier nun, wo gewohnte Strukturen ins Wanken geraten, begegnet jede*r sich selbst, den eigenen Verletzungen, unterdrückten Sehnsüchten und unausgesprochenen, intergenerationalen Erwartungen. Schwestern und Geschwister, Mutter, Tochter, Vater, Sohn, Erst- und Zweitgeborene kreisen umeinander, Die Bindungen sind vielfältig und zerbrochen. Und so wird der Zwischenhalt zum Spiegelraum, in den sich die Fragen nach Verantwortung und Fürsorge drängen.
Das jetzige Ich ist das Ergebnis zahlreicher Entscheidungen und bewusster Veränderungen. Es war – trotz aller äußeren Zuschreibungen und Versuche der Fixierung – schon immer in Bewegung. Tanz ist das Medium, diese Veränderung zu zeigen. Heute bin ich eine Choreografie meiner Ichs.
Aesthetics of Color ‒ ein Kammerspiel zeigt einen Künstler und seine Strategie in einem weißen Markt zu überleben. Schwarze bildende Künstler*innen haben Absatz, sie scheinen Teil der weltweiten Kunstzirkulationen aus Biennalen und Messen zu sein. Ein neuer Hype in der geweißten Kunstwelt! Aber was produzieren sie? Welche Räume bieten die freien Künste? Wer kann sich darin wie behaupten? Und was ist der Preis, den man zu zahlen hat, wenn man sich im White Cube dem freien Markt der Kunst aussetzt?
Das Auge des Zyklopen ist rund - wie ein Kamera-Objektiv. Wer das Auge lenkt, herrscht!
Zé de Paiva lässt in seinem Regiedebut am Ballhaus Naunynstraße seine Erfahrungen als Schauspieler, Tänzer, Fotograf und Videokünstler zusammenfließen: In einer intermedialen Performance sucht er - gemeinsam mit der Tänzerin Nasheeka Nedsreal - die postkoloniale Bildordnung zu verzerren.
Der Körper ist das Medium, um in immer neue Welten vorzudringen. Der Körper ist unterdrückt, der Körper ist frei. Natasha Vergilios Kunst besteht darin, mit der Fliehkraft der eigenen Körperbewegung in neue Räume vorzustoßen, für sich und für andere – nun zeigt sie Gira, ihre Porträtperformance am Ballhaus Naunynstraße!